Zu diesem Buch

„Ich gehe nicht in ein Altersheim“, das machte unsere Oma schon seit Jahren in vielen Gesprächen immer wieder deutlich. Zunächst konnten wir die allmählich nachlassende Kraft unsere Oma durch eine Putzfrau und andere dienstbare Helfer ausgleichen. Doch nach einigen Jahren mehrten sich die Anzeichen dafür, dass ein selbstständiges Leben alleine in ihrem Haus nicht mehr länger möglich war.

Da Oma einen Umzug in unsere Stadt kategorisch ausgeschlossen hatte, war nun guter Rat teuer. Durch eine beginnende Altersverwirrtheit brauchte Oma eigentlich eine permanente Betreuung. Doch woher nehmen und vor allem wie finanzieren?

Im Gespräch mit einer Bekannten erhielten wir den Rat „stellt doch eine Polin ein, die kostet nicht viel und man hört eigentlich nur Gutes darüber“. Stundenlanges Suchen im Internet erbrachte verheißungsvolle Versprechen, aber auch verunsichernde Beiträge bezüglich der schwierigen Rechtslage.

Schließlich entschieden wir uns trotz aller Bedenken für eine sogenannte 24-Stunden-Betreuung durch eine polnische Betreuerin. Von mancher Seite wurden wir auf die nicht legale Beschäftigung hingewiesen oder gar der Ausbeutung von Osteuropäern bezichtigt. Andere wiederum fanden diese Lösung gut und bestärkten uns auf diesem Weg.

Oma konnte mit diesem Konzept insgesamt über vier Jahre weiter zu Hause wohnen und fühlte sich gut betreut. Wir haben in dieser Zeit viele Erfahrungen gesammelt, Fehler gemacht und aus Fehlern gelernt. Allen anderslautenden Behauptungen zum Trotz: es gibt gangbare Lösungen und es gibt zahlreiche Menschen, die diese Arbeit als Betreuerin gerne, zuverlässig und mit großer Herzlichkeit ausüben.

Unser Resümee ist eindeutig: für unsere Oma und die Angehörigen war das der richtige Weg. Über die Jahre sprachen uns schon viele Menschen mit einer ähnlichen Fragestellung an und wollten mehr über den von uns gewählten Weg wissen. Mit diesem Buch möchten wir aus erster Hand informieren und Tipps für eine gute Gestaltung einer häuslichen Betreuung geben.