Vorwort

Das Thema Betreuung von Pflegebedürftigen berührt sensible Bereiche. Meistens sind es die nächsten Angehörigen, die allmählich oder auch ganz unerwartet mit der Fürsorge konfrontiert werden. Häufig mischen sich unter die Sorgen auch Schuldgefühle, wenn etwa die Erwartung der Pflegebedürftigen oder der hohe Selbstanspruch seitens der Angehörigen bzgl. der Betreuung nicht erfüllt werden kann.

Die Übernahme einer intensiven Pflegeaufgabe kann das eigene Leben für längere Zeit einschneidend verändern. Vielleicht muss der Beruf aufgeben werden, womöglich bleibt keine Kraft mehr für ein Engagement im Verein und auch für die Familie kann die Situation durchaus belastend werden. Deshalb sollte eine solche Entscheidung sorgfältig überdacht werden. Es gibt gute Gründe für und auch gegen eine häusliche Pflege. Am besten lässt sich das Für und Wider ohne akuten Zeitdruck abwägen. Durch gründliche Information können Pflegebedürftige und Angehörige eine Entscheidung sorgfältig vorbereiten und schließlich fällen. Aus diesem Grund wäre eine rechtzeitige Auseinandersetzung mit diesem Thema hilfreich. In der Praxis erzwingt allerdings ein unvorhersehbares Problem wie ein Unfall oder eine plötzliche Krankheit oftmals eine rasche Entscheidung.

In diesem Buch wenden wir uns der Frage zu, wie eine häusliche Pflege bzw. Betreuung bestmöglich zu gestalten ist. Uns geht es dabei um eine Lösung, die sowohl dem Pflegebedürftigen als auch den Angehörigen ein Leben mit möglichst hoher Lebensqualität ermöglicht. Im Schwerpunkt klären wir, wie ambulante Pflegedienste und Betreuerinnen aus Osteuropa eine gute Rundumversorgung zu Hause sicherstellen können.

Wir möchten dieses Thema nicht als nüchternes Sachbuch abhandeln. Schließlich spielen hier auch Gefühle und moralische Einstellungen eine große Rolle. Zwischen dem Pflegebedürftigen, den Angehörigen und auch den evtl. eingeschalteten Pflegekräften entwickeln sich teilweise tiefe wechselseitige Beziehungen. Alle Parteien wollen als Mensch mit den jeweiligen Bedürfnissen und Empfindungen gesehen werden. Trotzdem müssen wir die wichtigen Themen wie Finanzierung, Pflegeversicherung, rechtliche Fragen, Pflegedienste etc. sachlich und streckenweise etwas trocken darstellen. Hier darf man sich den klaren Blick auf das Notwendige und Mögliche nicht durch falsch verstandene liebevolle Verbundenheit verstellen.

Die Ausführungen zur Pflegeversicherung, der rechtlichen Situation und auch alle genannten Zahlen beziehen sich immer auf Deutschland. Die Leser aus den deutschsprachigen Nachbarländern bitten wir um Verständnis.

Sorgfältige und umfassende Information macht notwendige Entscheidungen nicht einfacher, aber verbessert deren Qualität. Zunehmend nutzen die Betroffenen dabei auch das Internet als wichtige Informationsquelle. Wir tragen diesem Trend Rechnung, indem wir alle Quellen/Verweise dieses Buches und weitere Informationen aktuell auf dieser Internetseite kostenlos zur Verfügung stellen. Von dieser Seite aus können alle angeführten Informationsquellen, Dienste und Vermittlungsagenturen durch einen einfachen Mausklick erreicht werden.