Hoher Verwaltungsaufwand in der Pflege

23. Februar 2013 | Von | Kategorie: Pflege

Das Statistische Bundesamt bestätigte in einer Studie den oft beklagten hohen Verwaltungsaufwand in der Pflege.

Insgesamt beläuft sich der Verwaltungsaufwand zur sog. Pflegedokumentation in Deutschland auf jährlich 2,7 Milliarden Euro. In der Pflegedokumentation müssen alle Informationen zu einem Pflegebedürftigen gesammelt werden, die für die medizinische und pflegerische Betreuung eines Pflegebedürftigen wichtig sind.

Die Kosten für diese Pflegedokumentation in Höhe von 2,7 Milliarden Euro jährlich (Sach- und Lohnkosten) verschlingen einen ganz erheblichen Anteil an den Gesamtkosten der Pflegeversicherung. Der Anteil dieser Kosten an den Gesamtkosten der Pflegeversicherung liegt derzeit bei ca. 12,2 %. Das ist viel Geld, das Experten besser für eine optimalere Pflege bzw. Versorgung der Pflegebedürftigen verwendet sehen möchten.

Folgende Beispiele sollen den hohen Verwaltungsaufwand der Pflegedokumentation und anderer Verwaltungsakte in der Pflege verdeutlichen:

  • Neuaufnahme eines Pflegebedürftigen im Pflegeheim: 6 Stunden und 26 Minuten
  • Anträge zur Befreiung von Zuzahlungen: 133 Millionen Euro
  • Feststellung der Pflegestufe: 110 Millionen Euro
  • Anträge auf häusliche Krankenpflege, Heilmittel oder Hilfsmittel: 54 bis 64 Millionen Euro

Leider hat es die Politik bisher trotz großer Worte nicht geschafft, die hohen Verwaltungskosten einzudämmen. Die große Koalition hatte ca. 25% dieser Aufwendungen für vermeidbar gehalten. Leider wird es vermutlich zumindest bis zur nächsten Bundestagswahl nicht zu einer einschneidenden Verbesserung bzw. Reduzierung der Verwaltungskosten in der Pflege kommen.

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