Was bedeutet eigentlich Geriatrie?

1. September 2012 | Von | Kategorie: Medizin

Die Geriatrie befasst sich mit den typischen Krankheiten von Menschen im fortgeschrittenen Alter. Der griechische Begriff Geriatrie bedeutet auf Deutsch Altersmedizin oder Altenheilkunde und ist die Lehre von den Krankheiten des alternden Menschen.

Vor allem betroffen von den Problemen des Alters sind die Bereiche der Inneren Medizin, der Orthopädie, Neurologie und der Psychiatrie. Häufig treten mehrere Krankheiten oder Probleme gleichzeitig auf, die Fachleute nennen das „Multimorbidität“.

In Geriatrie spezialisierte Ärzte, sog, Geriater, verfügen über eine Zusatzqualifikation in Geriatrie und sind beispielsweise Internisten, Allgemeinmediziner oder Neurologen.

Geriater kennen sich beispielsweise besonders gut aus mit Wechselwirkungen von Medikamenten oder mit den Auswirkungen von altersbedingten Gebrechen auf die Psyche.

Eine europäische Definition „Geriatrische Medizin“ und „Geriatrische Patienten“ wurde von der Sektion „Geriatrische Medizin“ der „European Union Geriatric Medicine Society“ erarbeitet:

„Geriatrische Medizin ist eine medizinische Spezialdisziplin, die sich mit den körperlichen, mentalen, funktionellen und sozialen Bedingungen der akuten, chronischen, rehabilitativen, präventiven Behandlung und Pflege – auch am Lebensende – befasst. Die Gruppe der Patienten wird mit einem hohen Grad von Gebrechlichkeit und aktiven Mehrfach-Erkrankungen assoziiert, die einen ganzheitlichen Behandlungsansatz erfordern. Die Erkrankungen im Alter können sich unterschiedlich präsentieren; sind oft sehr schwierig zu diagnostizieren; das Ansprechen auf die Behandlung erfolgt verzögert und es besteht regelmäßig Bedarf für soziale Unterstützung. Geriatrische Medizin überschreitet daher die organmedizinisch orientierte Medizin und bietet zusätzliche Therapieangebote in einer multidisziplinären Team-Umgebung (-Milieu; Setting). Das Hauptziel ist es den funktionellen Status einer älteren Person zu optimieren sowie Lebensqualität und Autonomie zu verbessern. Geriatrische Medizin ist nicht spezifisch altersdefiniert, sie behandelt jedoch die typische Morbidität älterer Patienten. Die meisten Patienten sind über 65 Lebensjahre alt. Diejenigen Gesundheitsprobleme, die durch Geriatrie als eine Spezialdisziplin am besten angegangen werden können, werden in der Altersklasse über 80-Jähriger viel häufiger.“

European Union Geriatric Medicine Society

Die Geriatrie darf übrigens nicht verwechselt werden mit der so genannten Gerontologie.

Die Gerontologie ist eine Wissenschaft die sich fachübergreifend um alle Aspekte des Alterns und des Alters befasst.

Schlagworte: ,

Kommentare sind geschlossen