Schlechte Erfahrungen mit Vermittlungsagentur

14. Februar 2017 | Von | Kategorie: Leserstimmen

Aus meiner Erfahrung der letzten Wochen sehe ich die Notwendigkeit, andere Familienangehörige vorzuwarnen, dass dieser Markt sehr schnell arbeitet. Viel Zeit hat man als Angehöriger nicht, um sich zu entscheiden, manchmal nur Stunden. Angesichts des Vertrauensverhältnisses für alte Leute wird da sehr viel verlangt. 

Zweitens sehe ich ein massives Qualitätsproblem dadurch, dass die meisten deutschen Pflegeinstitute primär  für ihre Auswahl von polnischen Pflegeagenturen bezahlt werden, beim „Kunden“ aber ankommt, dass die Qualität bei der  einer bestimmten Person gewährleistet wird. Um das im Sinn von uns Angehörigen zu sichern, braucht es dreier Instrumente: 

1. Einen Zertifizierungsstandard für Deutsch, dem sich Qualitätsinstitute anschließen. 

2. Die Absicherung der Vermittlungsqualität: Nur ein Institut gilt als qualitativ ausreichend, wenn es dem Angehörigen vor Abschluss des Vermittlungsvertrages und vor jeder weiteren Entsendung schriftlich bestätigt, dass ihm eine schriftliche Vereinbarung über den Arbeitslohn, die Vertragsmindestlaufzeit, und den spätesten Arbeitsbeginn mit dem konkreten Pfleger vorliegt, und es selbst oder das polnische Institut eine Ausfallversicherung für Vermittlungsfehler abgeschlossen hat. 

3. Ein Überprüfungssystem, das die Implementierung der Vermittlung berücksichtigt, um auszuschließen, dass polnische Pflegeagenturen sog. Läufer einsetzen, also Top-Arbeitskräfte, die die Agentur tatsächlich aber nur im Ausnahmefall vermitteln kann (Mystery Shopping o.ä.). 

Bei einer Neuauflage Ihres Ratgebers oder einer Erweiterung im Internet wäre schließlich eine Empfehlung hilfreich, welche Bedeutung die bestehenden Zertifikate haben, mit denen manche Agenturen werben.   

 Beste Grüße, Oliver Vossen

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