Wozu braucht man eine Patientenverfügung?

5. Oktober 2013 | Von | Kategorie: Fragen und Antworten

Im folgenden Beitrag klären wir, „was ist eine Patientenverfügung“ und „wozu braucht man eine Patientenverfügung“. Bei einer Patientenverfügung handelt es sich um eine schriftliche Vorausverfügung für den Fall, dass eine Person ihren Willen nicht mehr selbst wirksam erklären kann. Eine verbreitete, aber missverständliche andere Bezeichnung für die Patientenverfügung ist auch der Begriff „Patiententestament“. Die Patientenverfügung steht meist im Zusammenhang mit lebensverlängernden Maßnahmen, da sich der Patient ein langes Leiden ersparen möchte. Der Patientenwille zählt auch dann, wenn er im Grunde gegen die Heilverfahren spricht. Sofern ein Patient dies ausdrücklich wünscht, ist die passive Sterbehilfe erlaubt. So dürfen Ärzte eine Behandlung abbrechen, auch wenn dies den Tod des Patienten bedeuten sollte. Aktive Sterbehilfe (z. B. die Giftspritze) ist aber nach wie vor verboten. Der Nachteil der Vorausverfügung: Sie wird oftmals sehr lose formuliert. Dadurch werden Mediziner in die Lage versetzt, Verfügungen interpretieren zu müssen. 

Im Unterschied zu einer Vorsorgevollmacht wird bei einer Patientenverfügung nicht festgelegt, wer „im Fall der Fälle“ etwas entscheiden soll, sondern was geschehen soll (zum Beispiel keine quälenden lebensverlängernden Maßnahmen). 

Eine Patientenverfügung sollte gemeinsam mit dem Arzt erarbeitet werden. Es ist zwingend notwendig, dass sich der Patient über die Folgen seiner Wünsche zur medizinischen Behandlung im Klaren ist. Angehörige und Bekannte sollten von der Patientenverfügung und deren Inhalt in Kenntnis gesetzt werden. Hier kommt es dann meist zur Erteilung einer sogenannten Vorsorgevollmacht. Sie bestimmt einen Menschen, der die Verfügung, falls notwendig, entsprechend auslegt. Sowohl zur Patientenverfügung als auch zur Vorsorgevollmacht gehören Ort, Datum und Unterschrift. Eine Beurkundung durch einen Notar ist nicht zwingend notwendig. Es empfiehlt sich, einen Hinweis auf die Patientenverfügung mit sich zu tragen. Die Dokumente sollten auch von Zeit zu Zeit überprüft und eventuell den Lebensumständen angepasst werden; denn Änderungen sind jederzeit möglich.

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