Was ist eine Betreuungsvollmacht

12. Oktober 2013 | Von | Kategorie: Fragen und Antworten

Die Betreuungsvollmacht, auch Betreuungsverfügung genannt, ist die Bevollmächtigung einer vertrauten Person zur rechtlichen Betreuung. Eine solche Betreuung wird notwendig im Falle einer körperlichen oder geistigen Erkrankung, die es dem Betroffenen nicht oder nur teilweise ermöglicht, seine rechtlichen Angelegenheiten zu klären. Hierzu zählen beispielsweise Wohnungsangelegenheiten, Vermögensaspekte sowie persönliche Angelegenheiten.  

Hält das Gericht die bevollmächtigte Person nicht für geeignet, wird eine andere Person aus dem familiären oder näheren Umfeld bestimmt. Ist auch dies nicht möglich, kommt ein beruflicher bzw. ehrenamtlicher Betreuer zum Einsatz. Aus diesen Gründen ist eine Betreuungsverfügung auch für diejenigen geeignet, die niemanden kennen, der für eine Vorsorgevollmacht in Frage käme. 

Für eine Betreuungsvollmacht gibt es keine formalen Vorgaben. Allerdings muss sie in jedem Fall schriftlich erfolgen. Es sollten der Name, das Geburtsdatum und die Anschrift des Betreuers sowie genauere Angaben über die zu regelnden Angelegenheiten und die Art der Betreuung geäußert werden.  

Wird die Betreuungsverfügung mit einer Vorsorgevollmacht kombiniert, entfällt die gerichtliche Prüfung des Betreuers, wodurch letzterer im Notfall sofort handeln kann. Neben dem verspäteten Handeln liegt ein weiterer Nachteil (oder je nach Blickwinkel und Situation auch Vorteil) der Betreuungsvollmacht darin, dass der Betreuer nicht nur vom Gericht kontrolliert wird, sondern auch zu einer jährlichen Rechenschaft verpflichtet ist und der Handlungsspielraum durch den festgelegten Rahmen des Gerichts eingeschränkt ist.

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