Was ist der Unterschied zwischen Patientenverfügung, Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmacht?

6. Januar 2014 | Von | Kategorie: Fragen und Antworten

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Möglichkeiten, um für den „Fall der Fälle“, oder juristisch korrekter, um im Falle einer späteren Einwilligungsunfähigkeit oder Geschäftsunfähigkeit eine Willenserklärung abgeben zu können: 

Patientenverfügung

Betreuungsverfügung bzw. Betreungsvollmacht

Vorsorgevollmacht 

Wozu Patientenverfügung oder Patiententestament? 

Mit der Patientenverfügung (wenig glücklich oft auch Patiententestament genannt) formulieren Sie Ihren Willen für den Fall, dass Sie nicht mehr in der Lage sind, in eine ärztliche Behandlung einzuwilligen bzw. diese abzulehnen. 

In der Patientenverfügung kann man festlegen, ob der Arzt alle Möglichkeiten ausschöpfen soll, das Leben zu erhalten, oder ob unter bestimmten Bedingungen die Behandlungsmöglichkeiten auf die Linderung von Schmerzen (palliative Maßnahmen) beschränkt werden sollen. 

→ Mit der Patientenverfügung wird festgelegt, was „im Fall der Fälle“ medizinisch zu tun ist. 

Was ist eine Betreuungsverfügung? 

Mit dem Wort „Betreuung“ wird die vom Vormundschaftsgericht angeordnete gesetzliche Vertretung bezeichnet. Die Betreuungsverfügung ist eine Willenserklärung, mit man festlegt, wer als gesetzlicher Vertreterin „im Fall der Fälle“ handeln bzw. entscheiden soll. Man kann aber hier auch festlegen, wer auf keinen Fall der gesetzliche Vertreter werden soll. 

Das Vormundschaftsgericht bestellt die vorgeschlagene Person im Bedarfsfall dann als den Betreuer. Sowohl das Vormundschaftsgericht als auch der Betreuer sind an Ihre hier schriftlich festgelegten Wünsche gebunden, sofern Ihnen diese nicht erheblich schaden. 

Im Unterschied zur Vorsorgevollmacht kann ein Betreuer nicht so sofort tätig werden, da in jedem Fall zunächst das Gericht den Betreuer offiziell festlegen muss. Dadurch kann natürlich im Einzelfall wertvolle Zeit verloren gehen. 

Mit der Betreuungsverfügung wird also festgelegt, welche Person die Betreuung übernehmen soll. Die offizielle Festlegung trifft aber das Vormundschaftsgericht. 

Was ist eine Vorsorgevollmacht? 

Die Vorsorgevollmacht ist eine Willenserklärung, mit der man einer anderen vertrauenswürdigen Person eine Vertretungsmacht erteilt. Mit der Vorsorgevollmacht geben Sie einer Person Ihres Vertrauens die Möglichkeit, in Ihrem Namen zu handeln für den Fall, dass Sie selbst nicht mehr in den von Ihnen benannten Lebensbereichen und Aufgabenstellungen entscheidungs- und handlungsfähig sind (z.B. bei Krankheit, Unfall). 

Im Unterschied zur Betreuungsverfügung kann der Bevollmächtigte bei Eintreten der zuvor festgelegten Umstände sofort tätig werden. Ein Gerichtsbeschluss ist nicht erforderlich. 

Bei einer Vorsorgevollmacht legt man fest, welche Person „im Fall der Fälle“ ohne Zeitverzug Entscheidungen treffen soll.

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