Was ändert sich mit dem Pflegestärkungsgesetz (PSG II)

11. November 2016 | Von | Kategorie: Fragen und Antworten

Vor über 20 Jahren wurde die Pflegeversicherung in Deutschland eingeführt. Mit dem sog. Pflegestärkungsgesetz wird die seitdem größte Reform durchgeführt. Die erste Stufe des Pflegestärkungsgesetzes (PSG I) wurde zum 1.1.2015 wirksam. Das PSG I hatte vor allem das Ziel, die Rahmenbedingungen für Angehörige, Pflegekräfte und die Pflegebedürftigen selbst zu verbessern. Das PSG I brachte unter anderem für Demenzkranke erste Verbesserungen. An 1.1.2017 tritt nun das Pflegestärkungsgesetz PSG II in Kraft.

Was ist neu am Pflegestärkungsgesetz (PSG II)?

Grundsätzlich wird künftig als Leitfrage gestellt „Wie selbstständig ist die pflegebedürftige Person“. Bisher wurde eher geprüft „Was wird an Pflege benötigt“. Die bisher bekannten drei Pflegestufen entfallen und werden durch fünf sog. Pflegegrade abgelöst. Die Einstufung erfolgt anhand eines sog. Begutachtungsassessment, oder kurz NBA über folgende sechs Kriterien:

Welche Kriterien deckt das „neue Begutachtungsassessment“ (NBA) ab?

1.   Mobilität

2.   Kognitive und kommunikative Fähigkeiten

3.   Verhaltensweisen und psychische Problemlagen

4.   Selbstversorgung

5.   Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen

6.   Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

 

Zusammenfassung

  • Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffes
  • Einführung eines neuen Begutachtungsverfahrens (NBA)
  • Einführung von fünf Pflegegraden (statt wie bisher drei Pflegestufen)
  • Verbesserte Leistungen
  • Bessere Absicherung von pflegenden Personen (z.B. Angehörige) in der Arbeitslosen- und Rentenversicherung
  • Bessere Beratung und Information

In der Summe ist das PSG also ein wichtiger Schritt nach vorne. Leider werden aufgrund der verbesserten Leistungen auch die Kosten der Pflegeversicherung steigen. So zahlen ab 1.1.2017 in der gesetzlichen Pflegeversicherung Kinderlose ab 23 Jahren einen Beitragssatz von 2,8% statt wie bisher 2,6%. Für alle anderen erhöht sich der Beitragssatz von 2,35% auf 2,55%.

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